Konzept und Entwicklung der Hannoveraner Unterrichtsbilder / Erprobungsportal

 


Konzept der Hannoveraner Unterrichtsbilder

Hannoveraner Unterrichtsbilder (HUB) sind der Prototyp einer umfassenden multimedialen Unterrichtsdokumentation im deutschsprachigen Raum (s.u. Entwicklung der HUB).

Im Unterschied zu den Web-Basierten-Übungen zur Unterrichts-Analyse (WBA) dokumentiert jedes HUB eine abgeschlossene Unterrichtsepisode (meist eine Einzel- oder Doppelstunde) in ihren Entwicklungsstadien. Aus einem einheitlichen Menü können aufgerufen werden:

Grundlagen und didaktisches Konzept: Lehrplanvorgaben, Schulbuchanregungen, zugrunde gelegter fachdidaktischer Ansatz, leitende pädagogische Ideen

Vorbereitung/Planung: Unterrichtsentwurf und eingesetzte Medien (Arbeitsblätter, Buchauszüge, Folien, Lieder, Fotos)

Unterrichtsverlauf: Videoszenen mit detailgetreuen Wortprotokollen

Resultate: Schülerarbeiten (z.B. schriftl. Ergebnisse, Zeichnungen) sowie unmittelbar nach dem Unterricht erfragte Einschätzungen von Lehrern und Schülern

Die Vorzüge dieser umfassenden multimedialen Dokumentation gegenüber 'nackten' Unterrichtsvideos:

1. Nachvollzogen werden kann, welche Vorgaben und Intentionen den Unterrichtenden veranlasst haben, seinen Unterricht so anzulegen (z. B. Lehrplan, fachdidaktischer Ansatz oder zugrunde gelegtes Unterrichtswerk).

2. Beurteilt werden kann die Qualität eingesetzter Arbeitsblätter, Schulbuchtexte, Overheadfolien, Versuchsskizzen, um z. B. Ursachen für Schülerprobleme mit Arbeitsaufträgen richtig einzuschätzen.

3. Bei den meisten Szenen kann zum Video ein Wortprotokoll einblendet werden, so dass z. B. Unterrichtsgespräche im Detail nachvollzogen werden können, die im Video nur in flüchtiger Form und oft in ungünstiger Tonqualität vorliegen und bestenfalls nach mehrfachem Abspielen zu verstehen sind.

4. Eingeschätzt werden kann der Lernzuwachs der Schüler anhand der dokumentierten Ergebnisse.

 

Entwicklung der Hannoveraner Unterrichtsbilder

1996 - 1998 Die ersten 18 Hannoveraner Unterrichtsbilder entstehen mit einem vorläufigen Menü - Videoformat MPEG1

1998 Mit Projektmitteln der Universität Hannover wird von Rolf Knitter eine in Visual Basic programmierte Benutzeroberfläche konzipiert. Richtlinien für den Aufbau von HUB legen fest, welche Unterrichtsdokumente einzubeziehen sind.

1998/ 1999 Nach diesen Vorgaben entstehen sechs HUB-Dokumente als Tandem-Projekte von jeweils zwei Studierenden-Teams, die wechselsseitig ihren Ausbildungsunterricht im Projektorientierten Grundstudium filmen und dokumentieren (HUB 19 - 26).

Seit 1999 werden HUB in Lehrerbildungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum genutzt - zunächst verbreitet auf CDs.

2000 - 2002 Die ersten 18 HUB werden so überarbeitet, dass alle Dokumente aus dem 198er Menü aufrufbar sind.

Ab 2002 entstehen weitere HUB - einige in Zusammenarbeit mit Dozent/inn/en aus der I. und II. Phase.

Seit 2002 greifen Lehrende an der an der Leibniz Universität Hannover im Intranet auf sie zu.

Seit 2004 werden HUB auf Begleit-DVDs zu Büchern im Schneider Verlag Hohengehren und zu diversen Zeitschriften veröffentlicht. Zur Zeit (Stand Oktober 2016) gibt es 59 HUB mit dokumentierten Unterrichtsvorhaben aus vielen Fächern und Klassenstufen (siehe Übersicht über Hannoveraner Unterrichtsbilder).

2016 Das inzwischen in die Jahre gekommene Visual-Basic-Menü von 1998 hat acht Windows-Versionen überdauert - eine in der digitalen Welt rekordverdächtige Zeitspanne. Es wurde in 2016 ersetzt durch ein von Jan Mühlhausen auf Web-Basis entwickeltes Menü, aus dem die Unterrichtsdokumente in aktuellen Browsern auf Windows-, Apple-OS oder Android-Basis (ohne vorausgehendes Setup und die Installation weiterer Programme) aufgerufen werden können.

2017 Im Band "Unterrichtsmethoden im Widerstreit" werden sechs HUB vorgestellt und analysiert (#50, #51, 52, #53, #55 und #56), die nach einmaliger Registrierung mit dem Buchcode mit dem neuen Menü nach Registrierung mit dem Buchcode online zugänglich sind.

Eines dieser neuen HUB kann ohne Registrierung im HUB-Erprobungsportal betrachtet werden.